Zucker – ein paar Fakten

Sechs Wochen ohne Zucker heißen auch: Sechs Wochen geballtes Wissen über das, was jeden Tag im Soßenbinder, der Lieblingswurst oder dem Teebeutel steckt. Und was daraufhin im Körper passiert. Okay, Theorie ist in etwa so spannend wie die Live-Ziehung der Lottozahlen, wenn man keinen Schein abgegeben hat. Deshalb ein paar Fakten – locker, leicht und ein Gewinn ganz ohne Zusatzzahl.

Es geht mir nach wie vor um den Industriezucker, der oft und sinnlos vielen Lebensmitteln zugesetzt wird. Aktuell mein Lieblingsbeispiel: jahrelang gab es getrocknete Cranberries ungesüßt in meinem Bioladen. Seit ein paar Monaten werden nur noch gesüßte Trockenfrüchte angeboten. Um ehrlich zu sein: Voll blöd! Und wozu?

Zusammensetzung
  • Haushaltszucker wird auch Saccharose genannt.
  • Chemisch gesehen ist Zucker ein sogenanntes Dissaccharid – ein Zweifachzucker. Er besteht aus einem Teil Glucose (= Traubenzucker) und einem Teil Fructose (=Fruchtzucker).
Wirkung
  • Beide Teile beeinflussen unseren Blutzuckerspiegel, der ansteigt.
    1. Glucose (=Traubenzucker) geht über den Darm ins Blut. Außerdem wird der Traubenzucker sozusagen für schlechte Zeiten gespeichert: In der Leber, aber vor allem in der Muskulatur.
    2. Fructose (= Fruchtzucker) kommt in natürlicher Form in Früchten und Gemüse vor und wird in normaler Menge gut verstoffwechselt. Chemisch hergestellt (z.B. aus Mais: High Fructose Corn Syrup HFCS. In Süßigkeiten, Desserts, Softdrinks, Fertiggerichten, Wurst, Backwaren, etc.) ist Fructose sehr süß, sehr billig und sehr gesundheitsschädlich.
  • Das Hormon Insulin wird ausgeschüttet, um den Blutzucker zu senken. Wird der Blutzuckerspiegel ständig durch Zucker hochgejazzt, muss immer mehr Insulin dagegen arbeiten.
  • Fructose geht in die Leber. Große Mengen werden direkt in Fett umgewandelt. Auch ohne Alkohol kann sich so eine Fettleber entwickeln, siehe nächster Punkt.
Krankheiten
Wo steckt ähnlicher Zucker drin?

Schlechte Nachrichten: Vermeintliche Alternativen sind gar nicht besser…

  • Honig hat die gleiche Zusammensetzung wie Zucker (Glucose/Fructose) – für den Blutzuckerspiegel also nicht gut.
  • Dicksaft / Sirup (Agave, Apfel, Kokosblüte, etc.) hat die gleiche Zusammensetzung wie Zucker (Glucose/Fructose) – für den Blutzuckerspiegel nicht gut.
  • Kokosblütenzucker besteht aus bis zu 90% Saccharose. Er soll den Blutzucker nicht so stark ansteigen lassen. Abschliessende Studien dazu allerdings fehlen. Auch die Verbraucherzentralen sehen Kokosblütenzucker kritisch.
Alternativen

Es gibt kein süßes Wundermittel! Auch vermeintlich gesündere, natürliche Alternativen haben Nebenwirkungen. Ist nicht ermutigend, ich weiß. Zumindest kann man mit diesen Infos vorher abwägen…

  • Erythrit – auch Erythritol. Unter Markennamen Xucker light, Sukrin bekannt. Chemisch gesehen ein Zuckeralkohol. Wird durch Fermentation von Stärke hergestellt, ein aufwändiges Verfahren. Süß, ohne Kalorien oder Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Geeignet zum Backen, Kochen, Süßen von kalten Sachen. Gibt es ähnlich wie Kristallzucker, als Puderzucker oder als brauner Zucker (dann aber meist mit Zusatz Stevia). Auf der Zunge ähnlich wie Traubenzucker. Kann bei übermäßigem Verzehr zu Bauchschmerzen und Darmproblemen führen.
  • Xylith – auch Birkenzucker genannt. Ursprünglich aus der Birke gewonnen, inzwischen immer häufiger aus preisgünstigeren Holz-, bzw. Maiskolben gepresst. Bei Kauf auf Herstellung achten! Enthält 40% weniger Kalorien als Haushaltszucker. Wird gerne in Kaugummis eingesetzt, da es gegen Karies wirkt. Kann zum Backen, Kochen verwendet werden. Etwas mehr verwenden, um ähnliche Süßkraft zu erzielen.
  • Reissirup – fructosefrei, enthält Glucose. Süßt ähnlich wie Zucker, Backeigenschaft aber anders, härtet teilweise aus. Geschmack süß, mild, leicht karamellig. Reissirup wird durch Fermentation von Reis gewonnen. Einfluss auf den Blutzuckerspiegel durch Glucose gegeben. Eines meiner Favoriten, wenn es um das Süßen von Yoghurt, Müsli und Smoothies geht.
  • Stevia – auch Steviolglycosid. Extrakt aus der Stevia Pflanze. Süßt bis zu 200-300x mehr als Zucker, ohne Kalorien, kann Hitze vertragen. Chemisch extrahiert und als Süßstoff in Deutschland zugelassen. Geschmacklich überzeugt mich Stevia allerdings nicht.

Mehr Infos gibts z.B. hier.

Empfehlungen
  • Zucker als Gewürz!
  • Weniger süßen, dafür mehr genießen!
  • Und wer es wissenschaftlicher braucht: Die WHO empfiehlt dringend, den täglichen Konsum auf maximal 25g / Erwachsener zu reduzieren. Das sind ca. 5 Teelöffel. Oder ein Brötchen mit dieser lecker Nussnougatcreme. Oder ein Glas Orangensaft. Derzeit liegen wir in Deutschland im Schnitt täglich bei ca. 100g / Erwachsener…
Interessante Links

Stand 04/2017

2 Gedanken zu “Zucker – ein paar Fakten

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